Dieter Baacke Preis - Projekte - Fotocollage Logo der Gesellschaft für Medienpaedagogik und Kommunikationskultur (GMK)

Preisträger 2009

1. Preis: "Hardliner" − Konzept

Foto: Hardliner − Konzept

Institution: Jens Wiemken & Byte42.de, Vechta
Zielgruppe: Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren

Projektbeschreibung:
Das "Hardliner"−Konzept basiert auf dem Medienalltag von Jugendlichen und der Faszination für Computerspiele mit Gewaltinhalten.
Den Projektstart bildet die bewusste Analyse und Reflexion von Spielinhalten. Unter dem Motto „die Games in die Wirklichkeit übersetzen“ folgt eine Auseinandersetzung mit virtueller und realer Gewalt mittels medien- und erlebnispädagogischer Elemente.
Das Herauslösen von Gewaltelementen aus Computerspielen führt zu einem intensiven Austausch über ethisch-moralische Grenzen.

Das eingereichte Projekt fand vom 21.- bis 23. Oktober 2008 in Thorgau (Sachsen) in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Jugendbildungswerk Wintergrüne statt. Es nahmen zwölf Jungen und zwei Mädchen teil. Alle hatten Erfahrungen mit gewalthaltigen Computerspielen. Vor Beginn des Projekts wurde ein Elternabend für die Eltern der angemeldeten Jugendlichen angeboten. Aufgrund positiver Resonanz wurde das Projekt wiederholt.

Das von Jens Wiemken entwickelte "Hardliner"−Konzept wird für die Arbeit zum Thema Gewaltprävention mit außerschulischen Gruppen sowie Schulklassen angeboten.

Ziele sind:

  • Gewaltelemente aus Computerspielen als Basis für Gespräche entziffern
  • entwickeln und ein Gefühl für den Anderen bekommen − ihn als Menschen sehen und nicht nur als Feind, den es zu eliminieren gilt
  • verantwortungsvollen Umgang mit dem Alltagsmedium Computer erlernen
  • die begrenzte sinnliche Erfahrung bei Bildschirmspielern durch authentische Erlebnisse ausgleichen

Homepage: www.byte42.de | www.byte42.de-hardliner

2. Preis: erzählkultur − Sprachkompetenzförderung durch aktive Medienarbeit

Foto: erzählkultur − Sprachkompetenzförderung durch aktive Medienarbeit

Institution: Medienzentrum Parabol, Nürnberg & JFF, München
Zielgruppe:

  • im Alter von 4 bis 10 Jahren
  • Erzieher/innen
  • Eltern

Projektbeschreibung:
Verschiedene Medienprojekte schaffen Kommunikationsanlässe für Kinder − insbesondere mit Migrationshintergrund − die deren Sprach-, Medien- und soziale Kompetenz fördern.

Im Zeitraum Januar 2007 bis Dezember 2008 wurden 19 Modellprojekte (z.B. "Trickfilmhelden" − Trickfilmproduktion mit Medienfiguren, "Abenteuerland" − Hörspielproduktion, "Digitales Bilderbuch") an Kindergärten, Schulen, Horten und außerschulischen Institutionen in den Großräumen München und Nürnberg durchgeführt. Die Erzieher/innen der jeweiligen Einrichtungen erhielten die Möglichkeit medienpädagogischer Fortbildungen. Die Eltern der teilnehmenden Kinder wurden an Informationsabenden mit dem Medienumgang der Kinder sowie medienpädagogischen Zielen und Methoden vertraut gemacht.

Ziel ist es, die Medienkompetenz der Kinder im Hinblick auf

  • die kreative Ausdrucksfähigkeit mit Medien,
  • das eigenständige Gestalten von Medien,
  • das äußern eigener Interessen und Anliegen durch Medien,
  • eine kritische Auseinandersetzung mit Medien sowie
  • das technische Wissen über Medien

zu fördern.

Ziel ist es weiterhin, die Sprachkompetenz der Kinder im Hinblick auf

  • das Zuhören und Sprachverstehen,
  • den Sprachgebrauch und die Differenzierung der Sprachfähigkeit,
  • die hörend-reflektierende Auseinandersetzung mit Sprache,
  • die Sprech- und Kommunikationsfreude sowie
  • die aktive Nutzung von Medien als Kommunikationsmittel

zu unterstützen.

Homepage: www.erzaehlkultur.info | www.parabol.de | www.jff.de

3. Preis: Jugendfilmprojekt "Verfilmt in Berlin"

Foto: Jugendfilmprojekt "Verfilmt in Berlin"

Institution: Löwenkind e.V., Berlin
Zielgruppe:

  • Jugendliche und junge Menschen, die mit Krankheit und Behinderung leben (Schwerpunkt: junge Frauen)
  • Zuschauer/innen

Projektbeschreibung:
Jugendliche, die von Krankheit betroffen sind und mit Behinderungen leben, bedienen sich des Fernsehformats Telenovela, um ihren Lebensgefühlen und -wünschen Ausdruck zu verleihen. In dem Film "Treppenläufer" werden Originalszenen der Telenovela "Verliebt in Berlin" durch selbstgestaltete Episoden ironisch ergänzt. Diese erscheinen so in einem neuen Kontext zwischen medialer und realer sozialer Wirklichkeit.

In der Zeit von Februar bis Oktober 2008 wurden Entwurf, Drehbuchentwicklung und Dreharbeiten sowie der Schnitt umgesetzt. An allen Arbeitsprozessen konnten die beteiligten Jugendlichen maßgeblich mitwirken. Es war ihnen möglich, alle Schritte in der Intensität und in dem Tempo, das für sie stimmig war, umzusetzen und zu entscheiden, was sie sichtbar machen wollten.

Ziele sind:

  • Filmarbeit zur Teilhabe, zum Ausdruck und zur Gestaltung der Lebenswelt von kranken und behinderten Jugendlichen anbieten
  • über die Macht und die Bedeutung der offenen und subtilen Medienbilder für die Lebensentwürfe von Jugendlichen nachdenken
  • Mechanismen massenmedialer symbolischer ästhetik bei der Herstellung von Klischees durchschaubar machen
  • bildhaft-symbolische Anteile in der Filmarbeit nutzen, um die rein sprachlich rationale Kommunikation über Fremd- und Selbstbilder zu erweitern
  • mit selbst geschaffenen Bildwelten und Montagen eine Brücke zwischen medialer und sozialer Wirklichkeit der Betroffenen zu schlagen

Homepage: www.loewenkind.de

3. Preis: "Trapped" − Auseinandersetzung mit Gefahren durch das Internet

Foto: "Trapped" − Auseinandersetzung mit Gefahren durch das Internet

Institution: Landesfilmdienst Rheinland Pfalz e.V., Mainz
Zielgruppe:

  • 13 Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten und Schulformen zwischen 12 und 22 Jahren
  • Jugendliche, die der Film als Zuschauer/innen erreichen möchte

Projektbeschreibung:
Jugendliche aus dem offenen Bereich des Jugend- und Kooperationszentrums „Die Mühle“ in Bad Kreuznach setzen sich während eines Zeitraums von sechs Monaten in periodischen Treffen intensiv mit Gefahren aus Online-Angeboten, insbesondere mit Aspekten des Datenschutzes, Chancen und Risiken in Online-Communitys und Internetsucht auseinander. Auf dieser Grundlage entsteht ein Machinima-Film*, der von Mitgliedern einer Clique erzählt, die mehr und mehr Zeit in einer Online-Community verbringen und über problematische Kontakte in Gefahr geraten. Zudem wird ein zusätzlicher Kommentar im Sendung-mit-der-Maus-Stil entwickelt, der Themen aus der Produktion aufgreift und Interviews mit Teilnehmer/innen gegenüberstellt. Dieser soll z.B. auch als Handy-Version in der Region verteilt werden und Anlass für eine weitergehende Auseinandersetzung bieten.
(* Machinima-Filme werden mit Hilfe von Game-Engines produziert. Game-Engines sind Computerprogramme, die den Spielverlauf steuern und für die visuelle Darstellung des Spieleablaufs verantwortlich sind. Dabei hat man die Auswahl zwischen fertigen Objekten und Schauplätzen. Diese lassen sich nach Belieben aus den vorhandenen Levels zusammenstellen.)

Ziele sind:

  • die Webaktivitäten der Teilnehmer/innen reflektieren
  • für Risiken im Internet, Datenschutz sensibilisieren
  • mit Onlinesucht auseinandersetzen
  • Fähigkeiten zur Machinima- und Filmproduktion aneignen
  • ein weiterführender Anstoß von Diskussionen zu den angesprochenen Themen

Homepage: www.lokal-global.de | www.die-muehle.net

 

Anerkennungen

Lebensläufe − Dokumentarfilmprojekt & Bukowina Style − Eine filmische Spurensuche

Foto: Lebensläufe − Dokumentarfilmprojekt & Bukowina Style − Eine filmische Spurensuche

Institution: Medienwerkstatt Identity Films, Stralsund

Lebensläufe − Dokumentarfilmprojekt:

Zielgruppe: Schüler/innen im Alter von 14 bis 18 Jahren

Projektbeschreibung:
Das Dokumentarfilmprojekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen der Adolph-Diesterwegschule und der Stralsunder Jugendvollzugsanstalt in der Zeit von September 2008 bis Mai 2009. Anhand von vier „Lebensläufen“, zeigt der Film, wie es in den einzelnen Fällen zur Begehung von Straftaten kam. Diese Entwicklungen werden in Filmsequenzen und Interviews dargestellt. Neben den Häftlingen kommen Experten wie Richter, Bewährungshelfer, Kriminalbeamte und Psychologen zu Wort. Straßeninterviews mit Jugendlichen und Erwachsenen reflektieren die Situation der Straftäter.

Ziele sind:

  • notwendige Techniken für eine Filmproduktion (Kamera, Ton, Licht, Schnitt, Recherche- und Interviewtechniken sowie Redaktionsarbeit etc.) erlernen und verbessern
  • das Medienverständnis intensivieren
  • sich mit Kriminalität und deren Ursachen auseinandersetzen und die Sensibilität erhöhen
  • den Film als Unterrichtsmaterial nutzen und möglichst vielen Menschen zugänglich machen

Bukowina Style − Eine filmische Spurensuche:

Zielgruppe: deutsche und ukrainische Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren

Projektbeschreibung:
Deutsche und ukrainische Jugendliche erforschen das Leben einer Person mit deutsch-ukrainischem Hintergrund. Dafür begeben sie sich auf die Suche nach deutschen und jüdischen Spuren in der Bukowina Region.
Die Jugendlichen beschäftigen sich dabei mit eigenen Vorstellungen, Vorurteilen und Geschichtsverständnissen. Neben der historischen Spurensuche wird auch die Annährung zweier Gruppen gezeigt, sowie deren Umgang mit den kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Der erste Teil wurde 2008 in Czernowitz, der zweite Teil in Stralsund realisiert. Der entstandene Dokumentarfilm ist zweisprachig und wird in der Ukraine und in Deutschland gezeigt.

Ziele sind:

  • das interkulturelle Verständnis zwischen den Jugendlichen verbessern
  • Sprachkenntnisse fördern
  • Einblicke in einen scheinbar vergessenen Teil europäischer Geschichte ermöglichen
  • Vorurteile abbauen und den Gedanken eines vereinten Europas fördern
  • das Medienverständnis verbessern

Homepage: www.identityfilms.de

Du bist eine Marke − Personal Branding in Netzcommunitys

Foto: Du bist eine Marke − Personal Branding in Netzcommunitys

Institution: Metaversa e.V., Berlin
Zielgruppe: Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren, überwiegend Mädchen

Projektbeschreibung:
"Du bist eine Marke" ist ein kreativer Workshop für Jugendliche, der sich mit der Wahrung der eigenen Persönlichkeit und Privatsphäre in Internetcommunitys befasst. Neben der Auseinandersetzung mit "Personal Branding", d.h. dem Aufbau einer Identität im Internet, mit der man nicht nur richtige Freunde gewinnt, sondern auch die berufliche Karriere fördern kann, werden ein positives und ein negatives Scheinprofil angefertigt und in zahlreiche Netzwerke eingestellt. Diese fiktiven Profile dienen als Grundlage für Plakate, die Jugendlichen Tipps und Tricks zur Selbstdarstellung im Netz vermitteln. Verbreitet werden diese in einer eigens erstellten schülerVZ-Gruppe mit dem Titel "Du bist eine Marke".
Ein Besuch der Zentrale von schülerVZ vermittelt einen Blick hinter die Kulissen eines großen Netzwerks.

Ziele sind:

  • Chancen und Gefahren aufzeigen, die für die eigene Präsenz in sozialen Netzwerken im Internet von Bedeutung sind
  • erfolgreiche Konzepte für das Selbstmarketing vorstellen und diskutieren
  • Verhaltensregeln für Netzcommunitys entwickeln
  • kreative Arbeit am PC (Video-, und Fotobearbeitung)

Homepage: www.metaversa.de

Mediencamp "20 Jahre Mauerfall"

Foto: Mediencamp "20 Jahre Mauerfall"

Institution: Jakult-Regionalteam (Jugend Aktion Kultur), Bad Lobenstein, Jugendmedienzentrum Connect, Bezirksjugendring, Oberfranken
Zielgruppe: Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren

Projektbeschreibung:
Unter dem Motto "20 Jahre Mauerfall" setzen sich die Jugendlichen aus dem Saale-Orla-Kreis (Thüringen), Oberfranken und aus Fürth(Bayern) in Mediencamps mit den Themen Demokratie, deutsch-deutsche Geschichte und politische Bildung auseinander. Die Erarbeitung des Themas erfolgt durch eigene Medienprodukte, wie Film, Foto, Handyclip, Podcast, Radiosendung und Internetplattform. Bei der Entwicklung und Umsetzung dieser Produktionen spielt die reale Beschäftigung und die Recherche an authentischen Orten, wie dem Stasi-Museum in Leipzig sowie die Auseinandersetzung zwischen Personen aus Ost und West eine wesentliche Rolle.
Ein wichtiger Aspekt ist die Kombination von Methoden der Erlebnis- und Abenteuerpädagogik sowie der Medienpädagogik.

Ziele sind:

  • sich mit dem Thema Wende und Mauerfall auseinandersetzen
  • nach dem Prinzip des handelnden Lernens einen Wissenserwerb und eine Reflexion über die eigene Einstellung anstoßen
  • den Teilnehmern Möglichkeiten schaffen, ein Thema mit verschiedenen medialen Formen umzusetzen

Homepage: www.mediencamp.com

"Wie kommt unser Foto in die Zeitung?"

Foto: Wie kommt unser Foto in die Zeitung?

Institution: Kita Hopsala der Stadt Rheinbach, Rheinbach
Zielgruppe: Vorschulkinder im Alter von 5 bis 6 Jahren

Projektbeschreibung:
Die Kinder der Kindestagesstätte Hopsala erforschen im Rahmen eines Waldprojektes nicht nur den Wald mit ihren körpereigenen Sinnen, sondern auch mittels einer digitalen Kamera. An vier Projekttagen geht es um die Handhabung der Kamera, die Aktivität des Fotografierens, die Auswahl von geeigneten Motiven und Fotos. Anschließend verfolgen die Kinder Schritt für Schritt die Reise eines aussagekräftigen Fotos von der übertragung auf den PC, über das Versenden des Bildes samt Artikel zur Pressestelle der Stadt bis hin zum Druck. Beim Besuch der Zeitungsredaktion und der Druckerei sehen die Kinder, wie die Seite gestaltet und eine Zeitung gedruckt, verpackt und ausgeliefert wird. Am Folgetag tragen die Kinder die Zeitung in der Straße ihrer Kita aus.

Ziele sind:

  • Anregung zur aktiven Auseinandersetzung mit bestimmten Themen
  • Entwicklung von Feingefühl für Motive und Situationen
  • Förderung der Selbstständigkeit u.a. in Bezug auf die Mediennutzung
  • Auseinandersetzung mit Medien der eigenen Lebenswelt; Stärkung der Medienkompetenz
  • Fotografie als Ausdrucksform entdecken und für sich in Besitz nehmen (auch für Kinder mit Migrationshintergrund)
  • Entwicklung von sozialer Kompetenz und Gemeinschaftssinn

Kontakt: Kita Hopsala Schumannstr. 7 − 53359 Rheinbach

 

zurück zur Übersicht

Dieter Baacke Preis

Dieter Baacke Preis

Hier können Sie Ihr Projekt zum Dieter Baacke Preis 2010 anmelden.

>> zur Bewerbung